KZM Přibyslav úvodní foto

Deutsch

Historische Denkmäler der Stadt

Přibyslav gehört zu Städten, die systematisch ihre Denkmalzone pflegen. Das älteste Objekt, das die unwegdenkbare Dominante der Stadt bildet, ist der gotische Turm aus dem Jahre 1497. Dicht an dem Turm befindet sich die Barockkirche des heiligen Johannes des Täufers, die am 24. Juli 1753 eingeweiht wurde. Unweit vom Stadtturm steht der ehemalige Frauenspittel aus dem Jahre 1692. In der heutigen Zeit wird er als Ausstellungssaal und für verschiedene gesellschaftliche und kulturelle Aktivitäten benutzt.

Kastell Das Schloss Přibyslav wurde vom Zacharias aus Hradec im Jahre 1560 an der Stelle des ehemaligen Wirtschaftshofes erbaut, der zu der bei der Eroberung der Stadt im Jahre 1424 abgebrannten Přibyslaver Burg gehörte. Der hintere, ältere Teil des Schlosses wurde im Stil der italienischen Renaissance aufgebaut. Im Objekt befinden sich jetzt das Museum der Feuerwehrtechnik und das Zentrum der Feuerwehrbewegung (www.dh.cz).

Historie der Stadt

Die Stadt Přibyslav liegt an der westlichen Seite des Böhmisch - mährischen Höhenzuges in der Überseehöhe 483 m. Der geologische Untergrund der hiesigen Region wird durch den Gneis gebildet, der aus den ursprünglichen paläozoischen Anschwemmungen entstand. Im frühen Mittelalter war die ganze Gegend mit einem unberührten Urwald bedeckt, in dem Buchen, Eichen, Kiefern, Espen, Fichten und Birken überwogen. Zu der damaligen Tierwelt gehörten Wölfe, Bären, Luchse, Dachse und Hirsch-, Reh- und Schwarzwild.

Die ersten glaubwürdigen Aufzeichnungen über Přibyslav stammen aus der Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dadurch ist die Möglichkeit einer älteren Besiedlung der hiesigen Region nicht ausgeschlossen, schriftliche Beweise darüber sind jedoch nicht erhalten geblieben.

Veraltete landkarteIn der Hälfte des 13. Jahrhunderts erhielt Přibyslav vom tschechischen König Václav I. die Gerichtsbarkeit des I. Grades (Bergrecht) zum Entscheiden der weniger schwerwiegenden Streitigkeiten zwischen Inhabern der Grubenfelder und Bergleuten, die in der Umgebung der Stadt das Silbererz förderten. So gewann die hiesige Besiedlung, die bisher den Charakter eines Landwirtschafts-, Handwerks- und Handelszentrums unter der hiesigen Burg hatte, die Stadtrechte. In der Zeit der Hussitenkriege (1420-1434) und auch in den nachfolgenden Jahren wurde die Silberförderung gedämpft, und später für lange Jahrzehnte total unterbrochen. Die Versuche um ihre Erneuerung im 16. - 18. Jahrhundert führten nicht zu erwarteten Ergebnissen Am 11.

Oktober 1424 starb unweit von Přibyslav, bei dem Dorf Schönfeld (heute Žižkovo Pole) Jan Žižka aus Trocnov, der zu der Zeit an der Stirn seiner Heere gegen den katholischen Adel nach Mähren zog. Seine Kämpfer eroberten unmittelbar nach dem Tode ihres Heerführers die Burg in Přibyslav und die Stadt selbst. Seit der Zeit bis zu der tragischen Schlacht bei Lipany (30. Mai 1434) war Přibyslav in Besitz der Hussiten, die daraus einen Kriegsstützpunkt für ihre Ausfahrten gegen ihre Feinde in Mähren und an anderen Stellen bildeten. Přibyslav wurde mehrmals schwer nicht nur durch Kriege, sondern auch durch häufige Brände betroffen, die eine große Anzahl historisch hochwertiger Objekte vernichteten.

Im Jahre 1767 brannte fast die ganze Stadt ab, auch Stadtturm, Pfarrgebäude, Schule, Spittel und Kirchendach. Unberührt blieben nur einige Bürgerhäuser an der oberen Seite des Stadtmarktes und 13 entfernte Häuschen in der Vorstadt von Přibyslav. Jan ŽižkaNachdem die Silberförderung in der Umgebung der Stadt verfallen war, gehörten zu den Grundquellen der Ernährung der hiesigen Bewohner vor allem Landwirtschaft, häusliches Weben von Leinenstoffen, Handwerk und Handel. Kleine Betriebe des handwerklichen Charakters, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden, waren durchweg auf die Bearbeitung von landwirtschaftlichen Produkten orientiert, vor allem Kartoffeln, später auch Milch, und auf die Produktion der landwirtschaftlichen Maschinen und Werkzeuge. Zu dieser Zeit kommt es auch zur Entfaltung kleinerer Industriebetriebe: 1854 – Likör- und Essigfabrik - ADOLF BOHM, 1862 – Landwirtschaftliche Maschinen - POHOŘELÝ - heute ACO k.s., 1863 - Weberei ČERNÝ A PŮŽA, 1912 - AMYLON a.s., 1922 - SATIVA Keřkov,1923 – Milch- und Weidegenossenschaft - heute PRIBINA spol. s r.o.,

Bedeutende Persönlichkeiten

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten von Přibyslav gehört der ruhmreiche tschechische Verleger Jan Otto (1841 – 19+16). Er gab Bücher aus den verschiedensten Fächern heraus – von einer unanspruchsvollen Volkslektüre (Edition Matice lidu und Laciná národní knihovna) über Reisebeschreibungen und Fachpublikationen aus den verschiedensten Fächern (Philosophie, Mathematik, Sprachwissenschaft), Wörterbücher, aber auch Zeitschriften (Zlatá Praha, Lumír, Ilustrovaný svět, Světozor, humoristische Zeitschrift Paleček).

Sehr bekannt und berühmt war Brehms Tierleben, dass sich jedoch nicht mit dem größten, bekanntesten und bis jetzt unüberholten Ottos Werk vergleichen kann – nämlich mit dem Ottův slovník naučný (Ottos Enzyklopädie), die in 27 Teilen in den Jahren 1888 – 1908 (+ Nachträge1909) erschien. Außer der „großen“ Version wurden auch die Kleine Ottos Enzyklopädie und die Ottos Taschenenzyklopädie herausgegeben.

Außer seiner fruchtbaren Arbeit war Jan Otto auch im gesellschaftlichen Leben seiner Zeit aktiv tätig. Außer vielen anderen Vereinen war er auch Mitglied des Vollzugskomitees der Jubiläumslandesausstellung (1891) und des Vollzugskomitees der Völkerkundlichen Ausstellung (1895). Im Jahr 1912 wurde er sogar zum Mitglied des Ständehauses ernannt. Er verkehrte rege mit den erstrangigen Persönlichkeiten seiner Zeit (unter anderem T.G.Masaryk, E.Beneš) und war träger einer Reihe von Auszeichnungen – z.B. Ritter des Franz – Josef –Ordens (1891), Orden der Eisernen Krone III. Klasse (1898).

Er vergaß jedoch auch seine Geburtsregion nicht. Er unterstützte die hiesigen Bildungs- und Aufklärungsvereine und erwarb sich nicht geringe Verdienste um Geldsammlung für den Žižka -Grabhügel und später um seinen Aufbau unweit von Přibyslav.

Der akademische Bildhauer Roman Podrázský (1943 – 2001), dessen Arbeiten sich in der ganzen Republik befinden – wir finden sie z.B. in Prag, Liberec, Jihlava, Jáchymov, Sokolov, Plzeň (Meditationsgarten), Zlín, Lipnice nad Sázavou, Krucemburk, Havlíčkův Brod. Das größte Ensemble der Bildhauerwerke widmete er jedoch seiner Geburtsstadt Přibyslav. Die meisten Werke wurden aus dem Sandstein geschaffen, wir finden hier jedoch auch einen kolorierten Betonmonolith, gebeiztes Holz oder einen Marmorgrabstein. Sein größtes Bildhauerwerk ist die Marianische Säule unweit von der Kirche. Die Säule, die einen Baumstamm mit Jungfrau Maria und Heiland auf der Spitze evoziert, bereichert um Rosenkranz, wurde im Jahr 1998 beendet, und in demselben Jahr als die einzige im 20. Jahrhundert bei uns geschaffene Marianische Säule geweiht. Am Stadtturm können die Besucher unserer Stadt die Pieta aus dem Hořice – Sandstein bewundern, unweit davon dann die Dreifaltigkeit (Drachen – Motiv von mittelalterlichen Kacheln, Stadtwappen und Stadttorschlüssel) aus demselben Material, und auf dem Platz vor dem Alten Spittel den Grenzstein. Zu weiteren Werken gehören: Leda mit dem Schwan im Stadtpark, Drillinge im Park am Rathaus, Stein der Freundschaft auf dem Bechyně – Platz, Büste von Jan Otto am Kurfürst - Haus, Karel Havlíček Borovský oder Fesseln – ein nicht beendetes Denkmal für die Opfer des Kommunismus, das auf dem hiesigen Friedhof als der Grabstein des Bildhauers aufgestellt ist.

Dipl. Ing. Stanislav Bechyně DrSc. wurde am 20. Juli 1887 in Přibyslav geboren. Nach dem realen Gymnasium in Nové Město na Moravě absolvierte er im Jahr 1910 mit einer ausgezeichneten Leistung das Bauingenieurstudium an der Technischen Hochschule in Prag. Hier wurde er auch im Jahr 1920 zum ordentlichen Professor der Statik und Dynamik der Eisenbetonbauten ernannt. Als Pädagoge wirkte er an der Baufakultät des ČVUT bis 1958. Für seine wissenschaftliche und fachliche Tätigkeit wurde er mit einer Reihe der Auszeichnungen geehrt. Im Jahr 1953 wurde er zum Mitglied der Tschechischen Akademie der Wissenschaften gewählt, 1955 erhielt er den Klement Gottwald – Preis des 1. Grades, in 1972 wurde er Doktor honoris causa. Stanislav Bechyně starb in Prag, wurde jedoch laut seinem Wunsch in der Geburtsstadt Přibyslav beerdigt, wo der zentrale Stadtplatz seinen Namen trägt. Die bekanntesten realisierten Arbeiten von Stanislav Bechyně sind ohne Zweifel der Palast Lucerna und der Messepalast in Prag. Er widmete sich jedoch auch den industriellen Bauten, die den Funktionalismus widerspiegeln und die sich durch eine präzise Bewältigung der gebrauchten Materialien auszeichnen.

Der bedeutende tschechische Entomologe RNDr. Jan Bechyně (1920 – 1973), Neffe des Architekten S.Bechyně. Nachdem er das Gymnasium absolvierte, wurde er während des II. Weltkriegs in die Stärkefabrik total eingesetzt, er arbeitete jedoch bereits heimlich als Assistent der entomologischen Abteilung des Nationalmuseums in Prag. Im Jahr 1948 wurde er zur Stage nach München eingeladen, woher er jedoch nach den Februarereignissen in Tschechien nicht mehr zurückkehrte. Sein Wirkungsfeld waren die Staaten in Mittel- und Südamerika, wo er Mitglied der entomologischen Gesellschaften wurde und aktiv an Kongressen teilnahm. Er befasste sich vor allem mit der Familie Crysomelidae (Blattkäfer), über die er als Fachmann in Systematik eine Reihe von bedeutenden Arbeiten publizierte. Keine davon wurde jedoch ins Tschechische übersetzt. Zum nicht erreichten 75. Geburtstag wurde an seinem Geburtshaus seine Gedenktafel enthüllt. Schriftstellerin Prof. Františka Kolářová-Vlčková Autor der Chronik von Přibyslav, MUDr. František Půža Akademischer Bildhauer František Němec Schriftsteller Prof.ThDr. Jan Filip Zu den weniger bekannten, jedoch nicht weniger bedeutenden Persönlichkeiten gehören auch: Prof. J. Reinsberger – Rektor der Karlsuniversität Prof.V.Vrtiš – Dekan der medizinischen Fakultät der Karlsuniversität Geigenspieler T.Pařík Schriftsteller F.Pilař RNDr. Karel Pátek – Physiker General A.Rada

Die Fotos in unserer Minigalerie stammen aus der fotografischen Werkstatt des Fotografen Stanislav Hutař aus Přibyslav (1895 –1974), und bildeten Bestandteil seiner Ausstellung im Kulturhaus in Přibyslav im Jahr 2001. Stanislav Hutař widmete sich schon seit seiner Jugend leidenschaftlich der Fotografie und allen Sachen, die damit zusammenhängen. Er bastelte sogar selbst seinen ersten Fotoapparat, und später wurde er zum Initiatoren der Gründung des Fotografenamateurklubs in Přibyslav, später zu seinem Sekretär. Er war jedoch nicht nur ein leidenschaftlicher Fotograf, er leitete auch z. B. die öffentliche Bibliothek von Sokol und war als Sekretär der Genossenschaft zum Aufbau des Sokol – Hauses in Přibyslav tätig. Die fotografischen Arbeiten von Stanislav Hutař sind nicht nur für die junge Generation der Fotografen inspirativ, sie sind vor allem eine Quelle der Erkenntnisse und Informationen davon, wie unsere Stadt im vorigen Jahrhundert aussah.

Deutsch

Kontakt

VÍTEJTE NA VYSOČINĚ - Turistický průvodce
Mapa města
Cyklostezka Přibyslav - Sázava
Databáze knih
Podpořil Kraj Vysočina